Erste Hilfe bei Erziehungsproblemen | PARTNER HUND Magazin

Erste Hilfe bei Erziehungsproblemen

Sie haben Erziehungsratgeber gewälzt, Kurse in der Hundeschule besucht und alles getan, was man Ihnen empfohlen hat? Ihrem Hund sind Sie trotzdem schnuppe?
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Erste Hilfe bei Erziehungsproblemen.

Neustart für Hund und Mensch

Wenn Ihr Hund ständig seinen Kopf durchsetzen will und Ihre Erziehungsversuche keinerlei Wirkung zeigen, ist in der Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Vierbeiner schon einiges schief gelaufen. Auf jeden Fall sollten Sie diesen Machtkampf ganz schnell beenden und lieber einen Neustart versuchen.

Lektion 1: Kommen auf Kommando

Sie schnappen sich das Lieblingsspielzeug Ihres Hundes oder ein Leckerli. Rufen Sie ihn. Achten Sie darauf, dass es sich nicht wie ein rüder Befehl, sondern wie ein verheißungsvolles Angebot anhört. Wenn er kommt, bekommt er das Leckerli oder das Spielzeug. Aber nur ein Leckerli oder das Spielzeug nur für eine Minute, dann ist das Vergnügen zu Ende und Sie widmen sich anderen Dingen. Wichtig: Führen Sie diese Übung nur zu Hause durch und rufen sie ihn maximal fünfmal am Tag. Und das geliebte Spielzeug oder das ersehnte Leckerli gibt es erst, wenn der Hund auf das (inzwischen sicher sehnlichst erwartete!) Rufen blitzschnell angeschossen kommt. Tut er das, können Sie eine Stufe weitergehen und noch eine Aufgabe einbauen: Sitz zum Beispiel, oder Platz oder Bleib.

Lektion 2: Erziehungsspaziergänge

Es wird keine Woche dauern, und Ihr Hund wird daheim ein Muster an Gehorsam sein. Sie werden ihn lieben und er wird sich tierisch für Sie ins Zeug legen. Jetzt beginnen Sie mit Lektion zwei: Die Erziehungsspaziergänge. Zeigen Sie dem Hund Spielzeug und Leckerbissen und stecken Sie diese ein. Suchen Sie sich eine ruhige Gegend und leinen Sie den Hund ab. Sobald er sich wenig von Ihnen entfernt, erfolgt wieder Ihr "Lockruf". Sobald der Hund da ist, lassen ihn eine der Miniaufgaben erfüllen und stecken ihm dann das Leckerli zu. Dann gehen Sie einfach weiter. Nach ein, zwei Minuten rufen Sie ihn erneut, diesmal bekommt er für einen Moment sein Spielzeug. Und so geht es immer weiter. Die Abstände zwischen freiem Lauf und Ruf sollten unregelmäßig sein und dürfen immer länger werden.

Lektion 3: Der „normale“ Spaziergang

Klappt das, können Sie den Ernstfall proben: Einen "normalen" Spaziergang, inklusive Treff mit Hunden, Radfahrern und Joggern. Rufen Sie, bevor er losrast, um die Verfolgung von irgendwem aufzunehmen und zwar – so schwer es Ihnen in diesem Moment auch fällt – auch diesmal lockend und keinesfalls hysterisch. Vermutlich klappt es, er dreht ab und kommt. Jetzt gibt’s wie üblich die Belohnung, aber auch ein bisschen Jubel und Bewunderung, die hat sich Ihr Hund ja wirklich verdient. Was, wenn es nicht klappt, oder er einen "Rückfall" bekommt? Dann atmen Sie tief durch, zählen bis 10 und tun so, als ob Sie niemals gerufen hätten. Und gehen zurück auf "Los": nach Hause, Üben.
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren