Mit dem Hund rund um den Spitzingsee | PARTNER HUND Magazin
Reportage

Mit dem Hund rund um den Spitzingsee

Seit ein paar Jahren in Ungarn zu Hause, zieht es Eva-Maria und Ulrich Uhlmann im Urlaub in die Berge. Begleitet von Viszla-Mischling Kora machten sie das erste Mal Ferien am bayerischen Spitzingsee – und waren hellauf begeistert
 
Mit dem Hund in den Alpen © Pixabay/Danf Ador
In den Bergen kann sich der Hund richtig austoben

Endlich ist Kora, unsere Viszla- Mischlingshündin, am Ziel. Wir haben den Spitzingsee bei der gleichnamigen Ortschaft unweit von Miesbach erreicht. Da wir ursprünglich aus dem Flachland der Lausitz kommen und seit einigen Jahren in der sogenannten „Schwäbischen Türkei“ in Südungarn leben, hat es uns im Urlaub das Hochgebirge angetan. Hinzu kommt, dass Spitzingsee ein winzig kleiner Ort ohne weiterführende Straßen ist, sodass die Lage für Hundeliebhaber ideal ist.

Panoramablick auf den See und die prächtige Bergwelt

Wir haben im „Arabella Alpenhotel“, nur wenige Meter vom See entfernt, gebucht. Gleich an der Rezeption wird Kora an der Hundebar empfangen. Leckerli gibt es und erfrischendes Wasser zu jeder Tageszeit. Im Zimmer mit hundefreundlichem Balkon ohne Absturzgefahr und mit Panoramablick über Berge und Gewässer dann die nächste Überraschung – als Willkommensgeschenk für den Hund bei mehrtägigem Aufenthalt erwartet uns eine kuschelige Decke, Futter und Wassernapf, ein Spielball und schmackhaftes Dosenfutter. Ins Hotelrestaurant dürfen Hunde zwar aus Rücksicht auf andere Gäste nicht mit hinein, man kann aber gemeinsam mit dem Vierbeiner auf der Terrasse oder in der Lobby speisen. Übrigens gibt es, wird uns vom Personal erklärt, eine Hundedusche fürs tierische Wohlbefinden. Denn jährlich sind rund 300 Vierbeiner gern gesehene Gäste. Es findet sich also auch tierischer Anschluss. Also alles paletti, um mit Kora gleich ohne Leinenzwang und ohne Hunde-Badeverbot auf einem gut ausgeschilderten Rundweg ab dem Hotel den Spitzingsee zu erkunden.

Gemütlicher Spaziergang ohne Leinenzwang zum Einstand

Malerisch in der Bergwelt gelegen, ist er in über 1000 Meter Höhe der größte Hochgebirgssee Deutschlands. Der schattige Weg schlängelt sich etwa eine Stunde lang am Ufer hin. Familien picknicken an Aussichtspunkten, eine Jugendgruppe bastelt an Flößen, Urlauber haben Boote gemietet. Ende der Tour ist das „Ortszentrum“ mit einigen urgemütlichen bewirtschafteten Almhütten. Schließlich hat Spitzingsee nur ganze 200 Einwohner – fast alles Hüttenwirte nebst Beschäftigten.

Mit der Taubensteinbahn hinauf in 1600 Meter Höhe

Am nächsten Tag geht es mit unserer zwölfjährigen Hündin, die wir einst im ungarischen Straßengraben aufgelesen haben, hoch hinauf. Die Taubensteinbahn – Hunde dürfen kostenlos mit – bringt uns in einer Viertelstunde bis auf 1600 Meter. Kora nimmt die Fahrt neugierig schnuppernd auf, schließlich hat sie auch eine Vorliebe für Fahrstühle. Die Bergstation ist Ausgangspunkt für Wanderungen nach jedem Geschmack. Es gibt Touren für sportliche Bergerfahrene, aber auch für Senioren. Belohnung für alle Mühen – ein einmaliger Rundumblick über die Gipfel. Kora ist das Bergwandern gewöhnt. Sie kennt z. B. die Dolomiten, die Julischen Alpen und die montenegrinischen Berge. Unser Problem ist nur, dass sie an Felsabstürzen zu übermütig ist, sodass wir sie doch lieber anleinen. Am angenehmsten empfanden wir den Wolfswanderweg, weil er bei jedem Wetter wenig anstrengend ist, durch wundervolle Berg- und Wiesenlandschaften führt und obendrein nicht von Touristen „übervölkert“ ist. Rund fünf Stunden führt der Lehrpfad 18 Kilometer durch Almen und Wälder, vorbei an Gebirgsbächen, wo der Hund richtig tollen kann, und macht aufmerksam auf den Schutz von Wolf, Bär und Luchs. 2009 wurde hier der letzte Wolf gesichtet und 2006 der legendäre Braunbär „Bruno“ getötet. Was aber tun, wenn das Urlaubswetter nicht so richtig mitspielt? Da Salzburg nur einen Katzensprung von 100 Kilometern entfernt ist, kann man z. B. schnell einen Ausflug in die Mozartstadt mit ihrem Flair und ihrer eindrucksvollen Geschichte machen.

Schmankerl und Museumsbier bei „Wasi“ Wasmeier

Während Kora im Hotel gut aufgehoben ist, haben wir ein andermal abendliche Karten für das Bauerntheater im benachbarten Schliersee geordert. Zuvor legen wir einen Stopp im dortigen altbayerischen Freilichtmuseum Wasmeier ein. In zehn historischen Gebäuden kann der Besucher nachempfinden, wie das tägliche Leben auf den Bauernhöfen des 18. Jahrhunderts aussah. Wer dabei auf den Geschmack gekommen ist, den erwarten im altertümlichen Wirtshaus „Beim Wofen“ regionale Schmankerl und selbst gebrautes Museumsbier. Unterm Strich: ein erholsamer Hundeurlaub mit Frauchen und Herrchen rund um den Spitzingsee, den einen auch schlechtes Wetter nicht vermiesen kann.

Text: Ulrich Uhlmann


Infos zur Reise


Alpenhotel

Hunde sind gern gesehene Gäste, im Juni/Juli gibt es zwei Hunde-Wochenenden mit Leitwolftraining, tierärztlichen Fachvorträgen und vielem mehr. Kontakt: www.arabella-alpenhotel.com

Einkehr

Besonders empfehlenswert in der Wurzhütte sind Zwiebelrostbraten, Schweinshaxe oder Kaiserschmarrn und dazu flambierter Wurzhüttengeist – traditionell brennend in Hüttenkracherln serviert. www.alte-wurzhuette.de

Ausflug

Hunde dürfen das Museumsgelände des Freilichtmuseums von Skilegende Markus Wasmeier an der Leine erforschen. In den restaurierten Höfen selbst haben sie aber keinen Zutritt und müssen vor den Gebäuden warten.


 
Fotos: 
Pixabay/Danf Ador
Artikel aus Partner Hund Ausgabe 07/2014. Jetzt abonnieren!
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren