Hunde-Training im Urlaub mit Spaßgarantie | PARTNER HUND Magazin
Aktivurlaub

Hunde-Training im Urlaub mit Spaßgarantie

Weil man ohne Druck viel besser lernt und Gelerntes viel länger hängen bleibt, sind Erziehungs- und Sportkurse, kombiniert mit Urlaub, voll im Trend. Wir haben uns für Sie umgesehen, was es so alles an Angeboten gibt
 
Aktivurlaub mit Hunden © Pixabay/Counselling
Trotz Training im Urlaub ist Spaß garantiert!
Frisst Sie der Alltag auch manchmal auf? Der Job, die Kinder, der Haushalt, dies und das – und das Training mit dem Hund kommt wieder mal zu kurz, obwohl es eigentlich so wichtig wäre? Sagen Sie dem Stress doch für ein paar Tage ade und gönnen Sie sich zusammen mit Ihrem Hund ein paar Tage Erziehungs- Urlaub. Sie werden sich wundern, wieviel Spaß das machen kann und wie viele Angebote es für „Hundehalter in Zeitnot“ gibt. Egal, ob Sie sich in den Ferien „voll reinhängen“ und den Schwerpunkt aufs Hundetraining legen oder ob Sie vor allem Entspannung suchen und nebenbei noch etwas in Sachen Hundeerziehung oder sportlichem Training tun möchten: Sie können sich das Passende aussuchen. 


Urlaub bei der Hundeschule oder im Hotel – Sie können wählen

Nicht nur Hotels haben heutzutage vielfältige Kurs-Angebote, auch immer mehr Hundetrainer veranstalten mehrtägige oder mehrwöchige Einzel oder Gruppentrainings für Urlauber mit Hund. Für die Unterbringung stehen mitunter Ferienwohnungen im Trainingszentrum zur Verfügung, viele Trainer kennen aber auch hundefreundliche Unterkünfte in der Nähe. 


Variante I: Trainings-Urlaub bei der Hundeschule

„Fit mit Hund“ nennt sich zum Beispiel der ungewöhnliche Urlaubskurs, den der Hundetrainer und Personal Trainer für Fitness Jürgen Hinzen in Holland abhält. Hund und Halter gehen gemeinsam joggen und walken , außerdem werden Rücken, Bauch, Beine, Po und Arme durch Muskeltraining gestärkt. Die Fitness des Halters steht zwar im Vordergrund, es geht aber auch um die Erziehung und sinnvolle Beschäftigung des Hundes. „Man ist direkt am Meer und in den Niederlanden geht das ganze Leben insgesamt ‚einen Gang‘ langsamer. Diese Atmosphäre überträgt sich schnell auf die Teilnehmer und sie lernen manchmal, wieder den Augenblick zu genießen“, meint er. Auch Alex Angrick aus Köln verlegt ihren Kurs wegen des hundefreundlichen Ambientes nach Holland. Hier wird fleißig an den Grundkommandos „gebüffelt“, es werden neue Beschäftigungsformen ausprobiert und auch die Entspannung kommt nicht zu kurz. „In der Nebensaison sind die Strände leer, so können die Hunde zwischen den Übungen im Sand toben. Also ein großer Spaßfaktor für Mensch und Hund“, meint sie.


Urlaub für Hund und Halter, die reif sind für die Insel

Ebenfalls spannende Urlaubszeiten verspricht Torsten Grimm von „Mensch und aktiv“ auf der Insel Ameland. „Die Aktivitäten sind so aufgebaut, dass sich die Gruppendynamik unter den Vierbeinern zügig, aber strukturiert aufbauen kann und es auch einen positiven Effekt der Hunde untereinander gibt“, sagt er. Sonne, Sand und Meer gibt es auch bei den Urlaubskursen auf Sylt und Amrum kostenlos dazu. Ist der Hund versichert und geimpft, dürfen Urlauber mit Hunden jeden Alters beim Training des GHSV-Sylt mitmachen. Lizenzierte Ausbilder bieten neben Gehorsamkeitsübungen auch sportliche Aktivitäten an. Im Winter gibt es sogar Flutlicht und man zahlt pro Übungstag lediglich drei Euro. Wer Einzeltraining oder Arbeit in kleinen Gruppen bevorzugt, kann in der Sylter Hundeschule Grunderziehung bei Spaziergängen über die Insel üben. „Felder, Strand und Wiesen sind ein optimales Trainingsgelände für Alltagssituationen“, findet Corina Orth. Ob ganz abgelegen im Wald oder am Strand oder in der Stadt: Auch Amrum bietet viele Trainingsmöglichkeiten. Ulrike Bock von der Hundeschule Amrum richtet sich ebenfalls nach den individuellen Wünschen der Kunden. „Die Fleißigen können im Trainingsurlaub richtig weit kommen“, meint sie. „Schon mancher Halter war erstaunt, in welch kurzer Zeit Probleme abgestellt werden konnten, mit denen er sich schon lang herumgeschlagen hat.“ Ulrike Thurau vom Hundezentrum Groß-Gerau hat ähnliche Erfahrungen gemacht. „Beim Gruppentraining sorgen eine entspannte Stimmung und eine Menge Humor für ganz besondere Momente unter gleichgesinnten Hundefreunden. Nicht selten hören wir daher bei der Abschlussbesprechung Aussagen wie: So habe ich meinen Hund noch nie gesehen, das habe ich mir seit Monaten gewünscht und hätte nicht gedacht, dass wir das einmal schaffen“, berichtet sie.


Vom Einzeltraining bis zum „Pauschal-Angebot“

Heike Rehm von der Kieler Hundeschule hält es für sinnvoll, ein bis zwei Stunden Einzeltraining in den Urlaubstag mit einzubauen. „So kann man gezielt an Problemen oder Ausbildungszielen arbeiten, ohne dass der ganze Tag danach ausgerichtet sein muss und man auch entspannen kann“, rät sie. Wer mehr machen will, kann nachmittags bei Erziehungs-, Sport- und Spielgruppen mitmachen. Außerdem gibt’s als „Pauschalangebot“ die Kieler-Hunde-Woche mit Eingangsberatung, zehn Stunden Einzeltraining sowie E-Mail- und Telefonbetreuung nach den Ferien. Weil man unter Stress nicht lernen kann, hält Christine Ostermeier in der Hundeschule Landhaus einmal monatlich achttägige Urlaubskurse ab, deren krönender Abschluss der Hundeführerschein ist. Wer nicht so intensiv einsteigen will, kann auch Einzelstunden nehmen. Anfang Juni kann man außerdem eine fünftägige Hundewanderung in der idyllischen Region an den Kurs anhängen. Weil der eine Berge, der andere das Meer lieber hat, verlegt Michael Kern vom Hundezentrum Pedemonte seine Kurse an Orte zwischen Dänemark und Südtirol. Mal liegt das Augenmerk mehr auf Wanderungen mit Lerneffekt, mal mehr auf Erziehungstraining. Da der Hund in den Ferien seinen „Meister“ fast 24 Stunden um sich hat, sich in einer fremden Unterkunft zurechtfinden muss und sich in ein Rudel einzuordnen hat, rät der Hunde-Experte, es mit dem Training nicht zu übertreiben. Daher legt er auch immer mal einen Pausentag ein. Und wem es trotzdem noch zu viel ist, der darf auch mal schwänzen.


Im Trainingsurlaub darf die Freizeit nicht zu kurz kommen

Auch Norbert Millner von der Vierbeiner- Academy hält es für ratsam, den Trainingskalender nicht zu voll zu packen, damit genügend Zeit für Erholung, Sightseeing und andere Aktivitäten bleibt. „Ich denke, der Hund braucht auch mal Urlaub! Ein bis maximal zweimal am Tag Training und dann die schöne Zeit genießen“, findet er. Daher erwartet einen bei seinem Siebentages-Kurs neben dem Unterricht auch eine Naturerkundungstour mit einem Ranger in die Feldberger Seenlandschaft und eine Bootsfahrt durch das Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Aber auch wenn nach dem Training „frei ist“, sollte das nicht heißen, dass man nun die Zügel total schleifen lassen kann. „Man muss das Gelernte auch im Alltag umsetzen, sonst läuft man Gefahr, nur beim Training einen gehorsamen Hund zu haben“, meint Katja Kolbe-Michauk von der Lausitzer Hunde- & Jagdhundeschule. 


Im Trainingsurlaub darf die Freizeit nicht zu kurz kommen

Auch Norbert Millner von der Vierbeiner- Academy hält es für ratsam, den Trainingskalender nicht zu voll zu packen, damit genügend Zeit für Erholung, Sightseeing und andere Aktivitäten bleibt. „Ich denke, der Hund braucht auch mal Urlaub! Ein bis maximal zweimal am Tag Training und dann die schöne Zeit genießen“, findet er. Daher erwartet einen bei seinem Siebentages-Kurs neben dem Unterricht auch eine Naturerkundungstour mit einem Ranger in die Feldberger Seenlandschaft und eine Bootsfahrt durch das Naturschutzgebiet Hullerbusch und Schmaler Luzin. Aber auch wenn nach dem Training „frei ist“, sollte das nicht heißen, dass man nun die Zügel total schleifen lassen kann. „Man muss das Gelernte auch im Alltag umsetzen, sonst läuft man Gefahr, nur beim Training einen gehorsamen Hund zu haben“, meint Katja Kolbe-Michauk von der Lausitzer Hunde- & Jagdhundeschule. 


Ein Kurs mit zwei Varianten – für Eifrige und weniger Eifrige

Je nach Zeit und Lust kann man das Pensum der Gruppenkurse bei der Hundeschule Waldblick auf fünf bzw. zehn Tage verteilen. Beim einwöchigen Kurs wird jeweils vormittags und nachmittags trainiert, beim zehntägigen entweder vor- oder nachmittags. Wer will, kann freiwillig noch beim regelmäßigen Agilitytraining oder den regionalen Spielstunden teilnehmen. „Hunde stecken zwar voller Tatendrang, man sollte es jedoch nicht übertreiben. Man braucht Entspannungszeit dazwischen“, findet Joachim Füger. Und wer die Zeit hat, sollte es sich überlegen, ob er nach dem Kurs nicht einfach „nur“ Urlaub im Fränkischen Seenland macht. 


Variante II: Trainings-Urlaub im (Hunde-)Hotel

Wer es genießt, im Urlaub rundum verwöhnt zu werden, sollte sich die Angebote von Hotels anschauen. Einige haben sich sogar ausschließlich auf Hundehalter spezialisiert. Eines davon ist das Seehotel Moldan. Wer hier alle Erziehungs- und Sport-Kurse besuchen möchte, muss mehrfach wiederkommen. Sie werden von namhaften Experten geleitet wie Anja Jakob, Melanie Berg oder Barbara Gleixner. Außerdem gibt es einen „hauseigenen“ Hundetrainer, der Einzel- und Gruppentraining anbietet. Ebenfalls riesig ist das Angebot des Hundehotels Sportalm. Es reicht von Spiel- und Spaßwochen mit zwei oder vier Stunden Training täglich bis zum bunten Mix aus Wandern, Nasenarbeit, Longieren und Apportieren. Ein Zentrum für sportliche Hundefreunde ist der Ferienhof Kraus. Neben Erziehungstraining kann man Sport-, Spiel- und Spaßkurse wie Fährte, Agility, Frisbee, Dogdancing oder JAD-Dogs buchen. Im Hundehotel Bergfried wird viel Wert auf Übungseinheiten außerhalb des Trainingsgeländes gelegt. Geführte Spaziergänge direkt vom Hotel aus werden daher in alle Kurse integriert. Beim Erziehungsspaziergang werden Übungen auch unter Ablenkung trainiert, Erziehungstipps gegeben und so manches Problem gelöst. Wauwau-Weekends „Fun for wuffis“ hat der Hotel Kaiserhof sein Urlaubsangebot mit unterschiedlichen Schwerpunkten wie Fährtensuche, Clickertraining , Agility und Mantrailing genannt. Wer will, kann bei Hunde-Expertin Vera Müller Einzelstunden buchen. Zur Ferienzeit leitet sie sogar spezielle Kurse nur für Kids. Die Gäste des Hotel Fliana können zwischen zwei 4-Pfoten-Schnupperpackages wählen: drei Übernachtungen und zwei Einzeltrainingseinheiten von 90 Minuten und sieben Übernachtungen und fünf Einzeltrainingseinheiten à 45 Minuten. Von Podest zu Podest springen, auf wackeligen Wippen balancieren und Tonnen rollen sind nur ein paar Programmpunkte der Click & Akrobatik- Woche im Bergresort Seefeld. Das stärkt die Konzentrationsfähigkeit des Hundes und seine Motorik. Wem das zu „tricky“ ist, begeistert sich vielleicht für die Schnüffelwoche. Hier geht es auf Spurensuche und auf die Suche nach verlorenen Dingen. Außerdem gilt es, verschiedene Gerüche zu unterscheiden. Neben diesen Packages kann man auch individuelles Training bei den Hunde-Experten der Hundeschule Tirol buchen wie Abruftraining, Leinenführigkeit und vieles mehr. Wer sich schon vor dem Urlaub um (fast) nichts kümmern will, kann beim Hundereisebüro travel4dogs einen einwöchigen Aktivurlaub mit Hundetraining, kleinem Sportprogramm und Wandertouren im Südtiroler Hundehotel Mair am Ort ordern. Nur die Anreise erfolgt individuell.

Text: Saskia Brixner
 

Kontakte

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren